
In Heidelberg begleite ich regelmäßig Erzählcafés – in Bergheim und Neuenheim – in denen Menschen ganz entspannt über ihr Leben sprechen. Jede Runde ist anders – und doch entsteht oft eine besondere Nähe, wenn persönliche Geschichten geteilt werden. Genau diese Atmosphäre macht das Erzählcafé für viele so wertvoll.
Ich erlebe dort Menschen, die ins Erzählen kommen, sich öffnen, lachen, nachdenken und dabei spüren, wie viel Schönheit in ihren Erinnerungen liegt. Ein Erzählcafé macht sichtbar, was oft im Alltag untergeht: das Prägende in den eigenen Erlebnissen.
Für manche ist so ein Nachmittag der erste Schritt in die Biografiearbeit – und manchmal sogar der Impuls, die eigene Lebensgeschichte bewusst festzuhalten.
Was ein Erzählcafé so besonders macht
Ein Erzählcafé ist ein Raum, in dem Vertrauen entsteht. Kein Vortrag, keine Bühne – sondern ein geschützter Rahmen, in dem Erinnerungen willkommen sind. Die Atmosphäre ist warm, ruhig und offen. Ein gedeckter Tisch, Kaffee, ein paar Blumen – und das Gefühl: Hier darf alles gesagt werden.
Ein Ort, an dem Vertrauen wächst
In einem Erzählcafé ist alles freiwillig. Niemand muss erzählen, niemand wird gedrängt. Wer seine Geschichte teilen möchte, darf das tun – im eigenen Tempo. Zuhören ist genauso bedeutend wie Erzählen. Und jede Erfahrung wird respektvoll aufgenommen.
Warum Erzählen gut tut
Wenn wir sprechen, sortieren wir Gedanken. Erinnerungen bekommen Form, Bedeutung und manchmal auch eine neue Perspektive. Ein Erzählcafé kann helfen,
- die eigene Identität und den Selbstwert zu stärken,
- Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu würdigen,
- authentische Gespräche zu führen und
- einander besser kennenzulernen.
Erinnerungen im Austausch zwischen Generationen und Lebenswelten
Wenn Menschen aus verschiedenen Generationen oder kulturellen Hintergründen miteinander ins Gespräch kommen, entsteht etwas Besonderes. Geschichten zeigen plötzlich, wie unterschiedlich Lebenswege geprägt wurden – und wo sich überraschende Gemeinsamkeiten finden. Solche Momente fördern gegenseitigen Respekt, erweitern den Blick aufeinander und stärken das Verständnis füreinander. Oft wächst daraus ein Gefühl von Verbundenheit, das weit über den Nachmittag hinaus wirkt.
Typische Elemente eines Erzählcafés
- ein geschützter Raum
- freiwilliges Erzählen
- inspirierende Impulsfragen
- achtsames Zuhören
- keine Bewertungen
- keine Vergleiche
- absolute Vertraulichkeit

Erzählcafé in Heidelberg: Verena Glaese moderiert die Gesprächsrunde im Seniorenzentrum Neuenheim.
Kleine Fragen, die Türen zu großen Geschichten öffnen
In Erzählcafés arbeite ich bewusst mit kleinen, alltäglichen Fragen. Sie laden ein – ohne Druck – und führen oft zu sehr persönlichen Momenten.
Beispiele, die sofort ins Gespräch bringen
- Welche Redewendungen aus deiner Kindheit hörst du heute noch?
- Was hat dir als Kind Mut gemacht?
- Welche Traditionen gab es bei euch zu Hause?
- Welches Hobby begleitet dich bis heute?
- Welche Begegnung in deinem Berufsleben ist dir lebendig geblieben?
Solche Fragen bringen die Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Und daraus entsteht oft ein Gespräch, das unerwartet tief geht – besonders dann, wenn die eigene Lebensgeschichte im Licht der Zeitgeschichte betrachtet wird.
Quelle für Familiengeschichten
Viele Teilnehmende berichten später, dass sie im Erzählcafé Erinnerungen geteilt haben, die sie selbst fast vergessen hatten. Kleine Anekdoten, große Wendepunkte, stille Momente, die viel über eine Familie erzählen.
Ein Erzählcafé zeigt, wie sehr unsere Erlebnisse miteinander verbunden sind. Und es hilft, Familiengeschichten zu bewahren – nicht nur für heute, sondern für die nächste Generation.
Wie Erzählcafés den Weg zu einer Videobiografie öffnen
Im Erzählcafé entsteht oft die Klarheit, welche Momente im Leben wirklich zählen. Wer mit etwas Abstand darauf blickt, spürt viel deutlicher, was weitergegeben werden soll.
Diese innere Ordnung ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für eine Videobiografie, einen Lebensfilm oder ein Erinnerungsvideo. Inhalte, die im Erzählcafé anklingen, lassen sich später vor der Kamera leicht und natürlich vertiefen.
Wenn du deine Geschichte festhalten möchtest, begleite ich dich im gesamten History-Box-Prozess – von der Vorbereitung über das Interview bis zum fertigen Film. Deine Erinnerungen werden dabei nicht nur dokumentiert, sondern lebendig bewahrt.
Nächste Erzählcafé-Termine in Heidelberg
Seniorenzentrum Heidelberg Neuenheim
📅 Mittwoch, 25. Februar 2026, 13:30 Uhr
https://www.seniorenzentren-hd.de/seniorenzentren/neuenheim
Anmeldung: szneuenheim@psd-ggmbh.de
Seniorenzentrum Heidelberg Bergheim
📅 Donnerstag, 26. Februar 2026, 14:30 Uhr
https://www.seniorenzentren-hd.de/seniorenzentren/bergheim
Anmeldung: szbergheim@vbi-heidelberg.de
Ich freue mich auf alle, die dazukommen möchten, um gemeinsam mit uns Erinnerungen lebendig zu halten. Jede Runde bringt neue Inspirationen – und manchmal auch Gedanken, die lange nachwirken.
Über Verena Glaese | Biografieservice Heidelberg & Mallorca

Verena Glaese hilft Menschen dabei, in Erinnerung zu bleiben und ihre Nachwelt zu inspirieren – mit emotionalen Worten, pointierten Hörformaten und bewegenden Filmportraits. Ob als Marketingleiterin im Konzern, selbständige PR-Beraterin, Ghostwriterin oder Biografin – seit über 25 Jahren schlägt ihr Herz für gute Geschichten und einzigartiges Storytelling.
Ihr Anliegen: Lebensgeschichten so zu erzählen, dass sie auch den medialen Ansprüchen der Enkel und Urenkel gerecht werden. Denn gute Geschichten, ansprechend verpackt, bleiben im Gedächtnis und verbinden Generationen.
Als aktives Mitglied im Biographiezentrumund bei Lebensmutig – Gesellschaft für Biografiearbeit e. V. tauscht sie sich regelmäßig mit Kolleginnen und Kollegen aus, um ihre Arbeit immer wieder aufs Neue zu bereichern.
Mehr als 30 emotionale Filmporträts und bewegende Videobücher hat Verena in den vergangenen vier Jahren für ihre Kunden erstellt. Oder wie es ein Kunde sagt: „Ich hatte an vielen Stellen feuchte Augen. Buch und Videoclips sind großartig geworden, Verena! Danke für deinen wirklich sehr besonderen Einsatz für meine Lebensgeschichte. Man spürt, dass du das, was du tust, liebst und mit Leidenschaft dabei bist.“